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06.06.2014, 15:10 Uhr | Michael Lehmann
Flüchtlingsgeschichten aus erster Hand
JU erlebt deutsche Geschichte in Prag
Vier Tage lang weilte der Kreisverband der Jungen Union in der Tschechischen Hauptstadt. Zuvor stand noch ein Halt im schönen Kurort Karlsbad statt, wo neben dem Heilwasser auch die berühmten Karlsbader Obladen die Begierde der Jungpolitiker weckte.
Prag/Karlsbad -

Der erste Abend klang bei böhmischer Live-Musik in einem traditionellen böhmischen Lokal mit deftigen Speisen aus.

Am darauffolgenden Tag konnte die Gruppe tiefe Einblicke in die Geschichte Prags gewinnen bei einer Besichtigung der Prager Burg, dem berühmten Goldenen Gässchen, dem Geburtshaus von Franz Kafka und der weltbekannten Karlsbrücke. Das geschichtsinteressierte Mitglied und Teilnehmer Jonas Schulz bereite sich speziell dafür wochenlang vor und referierte über die kulturellen und geschichtlichen Hintergründe.

Nach einem anstrengenden Aufstieg auf den Aussichtsturm auf dem Petrin-Hügel, eine Nachbildung des Eiffel-Turms konnte bei bestem Wetter ein traumhafter Blick über die komplette Stadt und darüber hinaus gewonnen werden.

Am Nachmittag wartete für die meisten der Teilnehmer das Highlight der Reise an. Die Älteren haben noch aus Kindestagen die Bilder von deren weinenenden Eltern im Kopf, die in den Nachrichten von Genschers Worte „Wir sind heute zu zu Ihnen gekommen, um Ihnen mitzuteilen, dass heute Ihre Ausreise...“ auf dem Balkon der Prager Botschaft erfahren haben. Flüchtlinge hatten damals Zuflucht in der deutschen Botschaft gesucht, um in die Bundesrepublik auszuwandern. Diese Hintergründe und Bilder wurden zunächst im Rahmen einer Führung in der Botschaft erzählt und mit einem Film hinterlegt. Eine Zusammenkunft mit einer 45-jährigen Frau, die Herbst 1989 Zuflucht in der Deutschen Botschaft in Prag gesucht und gefunden hatte, sorgte bei den Teilnehmern für Gänsehaut. Die Geschichten, die die Frau im Beisein derer Eltern, die zu dieser Zeit in Angst um deren Tochter in der DDR auf ein Signal ihrer geflohenen Tochter warteten, gingen nicht nur der Frau, sondern auch den Teilnehmern sehr nahe.

„Geschichte so lebendig zu erleben, ist einfach toll! Auch konnten wir die Bedeutung von Freiheit durch die Erzählungen ganz neu kennen lernen“ bedankte sich JU-Kreisvorsitzender Michael Lehmann bei der nun in Australien lebenden Frau.

Natürlich standen neben den vielen verschiedenen politischen, historischen und kulturellen Programmpunken auch die Party auf dem Programm. Ein gemeinsamer Besuch der größten Diskothek Mitteleuropas sorgte auch am Abend für ein Zusammschweißen der Gruppe.

Am dritten Tag konnte die Gruppe bei einer mehrstündigen professionellen Altstadt-Führung weitere interessante Eindrücke aus dem Zentrum der tschechischen Hauptstadt gewinnen und einige Ecken dort entdecken, die der gemeine Tourist wohl kaum finden kann.

Besonders interessant waren auch die Gespräche an den Abenden bei Zusammenkünften mit der Prager Jugend. Dass dabei sehr oft auch großes politisches Interesse vorhanden war, freute die Junge Union natürlich sehr. Viele spannende Meinungen und Eindrücke zur tschechischen Politik bzw. deren Meinung zur kurz zuvor stattfindenden Europawahl waren sicher goldwert und haben sicherlich den politischen Horizont einiger Mitglieder erweitert.