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21.02.2013, 23:09 Uhr | Alex Krieger
Ganz ohne Leistung geht es nicht
Stellungnahme der JU Heidenheim zur Abschaffung des Sitzenbleibens
Die Junge Union Heidenheim wendet sich entschieden gegen den Vorstoß von Kultusminister Andreas Stoch, das Sitzenbleiben abzuschaffen. “Mit diesem Schritt bezweckt die Landesregierung eine weitere Nivellierung von Schülerleistungen, löst aber keinerlei Probleme”, so der Kreisvorsitzende Stefan Briel.
Die Darstellung, wonach das Sitzenbleiben eine Strafe für schwächere Schüler sei, sei schlichtweg unzutreffend. Vielmehr sei die Ehrenrunde eine pädagogische Maßnahme, die den Betroffenen eine Chance gebe, Versäumtes nachzuholen. Wie ein Vergleich heutiger Sitzenbleiberquoten zu früheren Zeiten zeige, werde keinesfalls leichtfertig gegen die Versetzung eines Schülers entschieden. “Wenn dennoch jemand sitzenbleibt, zeugt das von gravierenden schulischen Defiziten, über die nicht einfach hinweggegangen werden kann”, erklärte der Vorsitzende des JU-Arbeitskreises Bildung, Jonas Alt. Aus eigener Erfahrung wisse er, dass das Wiederholen eines Schuljahres eine deutliche Leistungssteigerung ermögliche. “Eine Ehrenrunde ist keine Schande”, so Alt weiter. “Im Gegenteil tut ein solcher Warnschuss vielen gut und motiviert sie zu größeren Anstrengungen im schulischen Bereich.” Anders als auf den neuen Gemeinschaftsschulen könne so ein Absinken auf ein niedrigeres Leistungsniveau vermieden werden.
Die JU bestreitet nicht, dass das Sitzenbleiben in vereinzelten Fällen zu zusätzlicher Frustration seitens der betroffenen Schüler führt. Solche Schüler kämen aber schon vorher mit der Schule nicht zurecht; der Vorschlag des Ministers helfe ihnen in keinster Weise, da mit ihm wieder einmal an Symptomen herumgedoktert werde, anstatt Ursachen zu bekämpfen.
Besorgt zeigt sich die JU auch über die Eignung der Schulabsolventen für den Arbeitsmarkt. “Wer in der Schule nie mit Druck konfrontiert war, tut sich im Berufsleben extrem schwer”, konstatiert der stellvertretende Kreisvorsitzende Michael Lehmann. Daher seien auch die Kosten, die dem Staat durch Sitzenbleiber entstünden, kein Argument. “Wenn das Schulsystem keine leistungsfähigen und leistungsbereiten Absolventen mehr hervorbringt, kommt das eine Volkswirtschaft sehr viel teurer zu stehen”.
“Von Minister Stoch jedenfalls sind künftig bessere Ideen gefragt, wenn er seine eigene Versetzung sichern will”, so Lehmann abschließend.