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17.04.2013, 20:59 Uhr | Heidenheimer Zeitung
Qualifikation statt Geschlecht
Junge Union leht Frauenquote ab
Die Junge Union Heidenheim spricht sich gegen Quoten bei der Besetzung von Posten in Wirtschaft und Politik aus. Sie wendet sich damit gegen Bestrebungen ihrer Mutterpartei.
 

„Eine Quote führt dazu, dass nicht mehr nach Qualifikation, sondern nach Geschlecht eingestellt werden muss. Die Hoheit über die Personalpolitik muss aber den Unternehmen überlassen bleiben”, äußert sich dazu der JU-Kreisvorsitzende Stefan Briel. Die CDU wäre nach Ansicht der JU gut beraten, bei einer klaren Ablehnung dieser „staatlichen Bevormundung“ zu bleiben.

Unternehmen, die die Zeichen der Zeit erkannt hätten, wüssten ganz genau, dass sie auf die vielen qualifizierten Frauen auf dem Arbeitsmarkt keineswegs verzichten könnten. Die Zeiten, in denen Frauen wegen ihres Geschlechts weniger zugetraut wurde, seien zum Glück vorbei, so Briel weiter.

Die Unternehmen seien gefordert, mit flexiblen Arbeitszeiten, Mutter-Kind-Arbeitsplätzen und ähnlichen Maßnahmen die Vereinbarkeit von Familie und Beruf weiter zu verbessern, sagt Briels Stellvertreter Michael Lehmann. Eine Frauenquote vermittle ein antiquiertes Frauenbild, das Frauen als schwach und unselbstständig hinstelle.

Sollte die Quote eingeführt werden, schade sie in erheblichem Maße den Frauen, die sich auch ohne sie auf dem Arbeitsmarkt durchgesetzt hätten, „weil sie dann als Quotenfrauen abgestempelt werden”, sagt Hannah Ulrich, Mitglied des JU-Kreisvorstands.

Einhellig spricht sich der JU-Kreisverband gegen Quotenregelungen bei politischen Posten aus, etwa gegen ein Reißverschlussfahren bei der Erstellung von Wahllisten. „Ein solches Verfahren ist schlichtweg undemokratisch”, so Briel. Außerdem suggeriere es, dass man Frauen bisher systematisch von politischer Verantwortung ferngehalten habe. Das sei jedoch Unsinn.